Maël Duwan
#Videografie#Projektmanagement

Schaffhausen Videodrehs

18. Februar 2026

Anfang Dezember letzten Jahres bekamen wir einen Auftrag, um eine Schule in Schaffhausen zu portraitieren, es ging darum zu zeigen, was die Schule eigentlich so besonders macht. Wir hatten den Drehtag an einem Mittwoch morgen geplant und mussten dadurch entweder sehr früh am Morgen los (ca. 05:00 Uhr) aufstehen, um dann den richtigen Zug zu erwischen. Die andere Möglichkeit war, bereits am Dienstag anzureisen und bei Christoph zu übernachten. Dadurch könnten wir am Mittwoch ein wenig länger schlafen, ca. zwei Stunden. Wir entschieden uns für die zweite Möglichkeit, jedoch hatten wir am Dienstag noch Berufsschule und mussten danach sogar noch das ganze Equipment packen. Denn das Equipment wurde am Montag noch gebraucht und somit konnten wir es nicht schon am Freitag vorher packen.

Erster Fail gleich zu Beginn

Noch bevor wir überhaupt im Effinger waren, um das Equipment zu packen, gab es schon die ersten Schwierigkeiten, denn Joscha hatte die Drohne vergessen, welche wir laut Auftrag und Offerte für Aussenaufnahmen brauchten. Von da an ging eigentlich das Geplante ziemlich gut von der Hand, zumindest bis wir am nächsten Morgen in der Schule ankamen. Denn dort erwarteten uns Räumlichkeiten, welche fürs Filmen wirklich besser hätten sein können. Die Räume, in welchen wir aufgenommen haben, waren teils sehr eng, knappe 2–2.5 Meter hoch und vom Licht her wirklich auch nicht optimal. Dadurch, dass die Räume tendenziell eher knapp bemessen waren, war auch das Licht-Setting aufzubauen nicht gerade ein Kinderspiel. Schlussendlich hat es dann zum Glück sehr gut funktioniert. Während des ganzen Tages hatten wir immer wieder kleinere oder auch grössere Schwierigkeiten, wie vorhin erwähnt, zu kleine Räume oder unter anderem auch Kinder, die immer mal wieder, währenddessen wir Interviews aufgenommen haben, in unseren Raum kamen und dadurch den Redefluss gestört oder unterbrochen haben. Insgesamt war der Dreh und somit auch der Tag ziemlich chaotisch. Dazu kommt noch, dass alle Kinder und somit alle Statisten am Mittag nach Hause gingen und am Nachmittag keine Schule mehr hatten, dass hiess für uns, wir standen unter ziemlich viel Zeitdruck. Auch mit all diesen Schwierigkeiten hat der Dreh schlussendlich wirklich voll okay funktioniert. Wir konnten alle Aufnahmen, die wir brauchten, aufnehmen und hatten keine Probleme im Schnitt, dass uns etwas gefehlt hätte oder so.

Es gibt einen Vlog, welcher den Tag ein bisschen zeigt, diesen findet ihr auf: https://www.instagram.com/p/DSILGPaDB26/

Noch währenddessen wir bei dieser Schule am Drehen waren, bekamen wir einen zweiten Auftrag von den Schulen in Schaffhausen, denn wir sollten zeigen, was die Stadt Schaffhausen mit den Schulinseln in allen Schulen aufbaut. Die Schulinseln sind eine pädagogische Ergänzung zur Schulsozialarbeit, welche die Kinder während ihrer Schulzeit in verschiedensten schwierigen Situationen begleiten und helfen soll. Für diesen Auftrag mussten wir im Januar nochmals nach Schaffhausen, diesmal machten wir den Dreh am Donnerstag und reisten auch schon am Vortag an und übernachteten wieder bei Christoph. Bei der Planung für diesen Dreh hatten wir durch das vorgängige Projekt schon ein wenig gelernt und haben unseren Zeitplan mit mehr Puffer erstellt. Dieser hat schlussendlich auch ziemlich gut funktioniert, zumindest im Vergleich zum Zeitplan beim Dreh im Dezember funktionierte er fantastisch. Der Dreh war zwar auch hier wieder sehr chaotisch und wir mussten teilweise anstatt wie erwartet 1–3 Personen interviewen, sondern hatten dann plötzlich 7–8 Kinder und Jugendliche vor der Kamera, welche alle etwas über die Schulinseln zu erzählen hatten. Oder dass wir plötzlich mit den Jugendlichen noch ein kurzes musikvideoartiges Video zum Spass aufgenommen haben. All das war völlig unplanbar und somit auch ziemlich chaotisch, trotzdem hat der Dreh insgesamt gut funktioniert und wir hatten alles Material, das wir brauchten.

Learnings aus den Projekten

Aus diesen beiden Projekten nehme ich vor allem drei Dinge mit. Erstens sollte die Planung eines Drehs immer mit genügend Puffer versehen sein, diese Puffer müssen je nach Projekt angepasst werden. Bei Tieren braucht man pro Shot deutlich mehr Zeit, bei Kindern und Jugendlichen wiederum andere Zeiten als bei Erwachsenen oder professionellen Schauspielern.

Zweitens habe ich gelernt, im Chaos ruhig zu bleiben. Das hilft nicht nur einem selbst, sondern auch der Person vor der Kamera und dem Endprodukt. Eine ruhige Ausstrahlung überträgt sich auf alle Beteiligten und wirkt sich spürbar auf die Gesamtstimmung aus.

Zuletzt habe ich gelernt, bei unerwarteten Momenten einfach mit dem Flow mitzugehen. Alles andere erzeugt nur unnötigen Stress für alle Beteiligten. In der Situation selbst ist das zwar schwierig umzusetzen, macht aber einen riesigen Unterschied – und gehört letztlich auch zur Professionalität dazu. Daran werde ich sicherlich noch weiter arbeiten müssen.