
In diesem Blog geht es darum wo man den Qualifier findet und wie die einzelnen Tools darin Funktionieren, wie auch was sie wann wie verändern. Es geht weniger darum wie man sie praktisch in einer Situation optimal verwendet.
Den Qualifier verwendet man, um nur gewisse Teile eines Bildes auszuwählen und zu bearbeiten. Anders als bei den HDR-Wheels oder auch dem ColorSlice-Tool ist es beim Qualifier-Tab an sich nicht möglich, etwas am Ausgewählten zu verändern. Denn dieser ist nur da, um zu selektieren, was bearbeitet werden soll. Die eigentliche Veränderung macht man dann nochmals über die anderen Tools von DaVinci, z. B. über die Primary-Wheels.
Als Erstes schauen wir uns an, wie der Qualifier aufgebaut ist und was wir wo verändern können.
Es gibt vier verschiedene Qualifier, welche man zum Auswählen eines Teils des Bildes verwenden kann. Die vier Qualifier sind einmal der HSL (Hue, Saturation & Luminance), dann der RGB (Rot, Grün & Blau), noch der Lum (ausschliesslich Luminance) und zum Schluss noch der 3D-Qualifier (spannt einen dreidimensionalen Farbraum).
Jeder der vier Qualifier hat in den linken 3/4 eine andere Art, den Bereich eines Bildes auszuwählen. Jedoch ist das letzte Viertel immer gleich aufgebaut. Dieses verwendet man, um die Selektion mit verschiedenen Aspekten zu verfeinern. Doch bevor wir lernen, wie man seine Auswahl verfeinert, müssen wir erst einmal lernen, wie das Ganze grundsätzlich funktioniert.
Dafür schauen wir uns jetzt einmal die zwei Wege an, welche man dafür gehen kann.
Es gibt die Variante, mit einem Picker das Ganze zu machen und dann auch anzupassen. Dafür gibt es unterschiedliche Picker, welche für etwas anderes zuständig sind. Der erste ist für die gesamte Auswahl zuständig. Wenn man mit diesem auf etwas im Bild klickt, dann wird die ganze vorherige Auswahl überschrieben, und es gilt diese, welche man damit gemacht hat. Dann funktionieren Nummer zwei und drei grundsätzlich gleich: Der eine subtrahiert (Nr. 2) und der andere addiert (Nr. 3). Das heisst, mit dem zweiten klickt man auf einen Ort im Bild, welchen man zusätzlich nicht ausgewählt haben möchte, und mit dem dritten klickt man dann wiederum auf einen Teil im Bild, welchen man zusätzlich ausgewählt haben möchte.
Wichtig hier noch zu erwähnen ist, dass alles, was komplett grau ist, nicht ausgewählt ist, und alles, was ein wenig Farbe enthält, ausgewählt ist.
Dann kommen die zwei Federn-Symbole. Auch hier ist wieder das linke das Subtrahierende und das rechte das Addierende. Nur verändern diese die Auswahl nicht mehr so stark, sondern diese arbeiten wie eine Art Weichzeichner, welcher macht, dass es in dem ausgewählten Bereich ein Ausfaden gibt.
Dann gibt es noch das letzte Symbol, welches zwei Pfeile zeigt, welche sich in einem Kreis zwischen einem weissen und schwarzen Punkt bewegen. Dieses ist dazu da, die Auswahl umzukehren. Das heisst, alles, was vorhin ausgewählt war, ist dann nicht mehr ausgewählt, und umgekehrt.
Die zweite Möglichkeit, mit welcher eine Auswahl für einen Farb-, Sättigungs- & Helligkeitsbereich gemacht werden kann, ist mit den Hue (Farbe), Saturation (Sättigung) & Luminance (Helligkeit) Slidern. Diese funktionieren auch unterschiedlich, nicht nur wählt der erste Slider (Hue) nur den Farbton aus, währenddem der zweite für die Sättigung und der dritte für die Helligkeit zuständig ist. Nein, denn den ersten verändert man immer von beiden Seiten gleichzeitig, während man bei den anderen zwei die Regler jeweils nur von unten nach oben oder eben nur von oben nach unten verändern kann.
Auch kann man natürlich einfach jeweils bei den Eingabefeldern gleich unter den Reglern arbeiten, jedoch finde ich das Ziehen mit der Maus oder dem Trackpad um einiges einfacher (zumindest solange man kein Color-Grading-Panel hat).
Bevor wir zur Matte Finesse gehen, welche zuständig ist, um die Auswahl zu verfeinern und zu perfektionieren, schauen wir uns erst einmal die anderen Qualifier an. Deshalb nun zum RGB-Qualifier.
Beim RGB-Qualifier funktionieren alle Picker in der oberen linken Ecke genau gleich wie beim HSL-Qualifier. Nur wählen sie den Bereich im Bild aufgrund der Zusammensetzung von Rot, Grün und Blau aus und nicht aufgrund von Farbton, Sättigung und Helligkeit. Daher kommen auch die drei Slider, mit welchen man jeweils diese drei Primärfarben mehr oder weniger auswählen kann. Die drei Slider sind jeweils für die einzelnen Farbkanäle zuständig. Daher auch der Name.
Der dritte Qualifier ist der LUM-Qualifier. Dieser ist nur für das Auswählen der Helligkeit zuständig. Das heisst, hier kann man nur aufgrund der Helligkeit etwas auswählen, ansonsten bringt dieser Qualifier gar nichts. Deswegen sind der Hue- und der Saturation-Slider ein wenig ausgegraut, da man diese hier nicht verändern kann.
Zum Schluss gibt es noch den 3D-Qualifier. Dieser spannt einen echten dreidimensionalen Farbraum (oft YUV oder RGB) auf und erfasst Farb- und Helligkeitswerte als zusammenhängende «Wolke». Die anderen Qualifier (HSL, RGB, Lum) arbeiten hingegen getrennt mit linearen Reglern für einzelne Farb- oder Helligkeitskanäle (Quelle).
Deshalb gibt es hier auch keine Slider, welche man verschieben kann, sondern nur die unterschiedlichen Picker.
Kommen wir nun zum Teil, welcher uns hilft, eine Auswahl zu verfeinern, bis sie das erfüllt, was wir möchten. Hierfür gibt es auf der ganz rechten Seite die «Matte Finesse».
Um eine Auswahl zu verfeinern, muss man als Erstes eine Auswahl machen. Diese habe ich in diesem Fall nun mit dem 3D-Qualifier gemacht. Jetzt zu den Reglern auf der rechten Seite.
Pre-Filter: Glättet das Bild und entfernt digitales Rauschen, was dann dazu führt, dass die Auswahl meist genauer ist. Wichtig: Das Glätten passiert hier technisch noch, bevor die Auswahl getroffen wurde.
Clean Black: Dieser schliesst Lücken, welche bei der Auswahl im nicht ausgewählten Bereich entstanden sind.
Clean White: Dieser macht das Gleiche wie Clean Black, jedoch einfach beim ausgewählten Bereich.
Black Clip: Mit diesem verkleinert man den ausgewählten Bereich.
White Clip: Hiermit vergrössert man den ausgewählten Bereich. Wichtig: Bei Black Clip wie auch White Clip wird nicht der ausgewählte Bereich (die Farbe) im Farbspektrum vergrössert, sondern die Auswahl, welche man auf dem Bildschirm sieht.
Blur Radius: Der Blur Radius steht für das Weichzeichnen der Kanten der Auswahl, damit es einen angenehmeren Übergang gibt.
In/Out Ratio: Mit In/Out Ratio vergrössert bzw. verkleinert man insgesamt die Ratio, welche die Auswahl ausmacht.
Um weitere Anpassungen und Verfeinerungen bei der Auswahl zu machen, muss man dann von 1 zu 2 wechseln, denn dort findet man nochmals ein paar nützliche Tools.
Morph Radius: Hier kann man aus verschiedenen Modi auswählen. Ich empfehle, das einfach auszuprobieren. Jedoch kann man hier erneut die gesamte Auswahl entweder vergrössern oder verkleinern. Nur geht hier die Veränderung von jeder kleinsten Auswahl aus und verändert somit viel mehr als Black Clip/White Clip.
Denoise: Denoise ist eigentlich meist der bessere Blur Radius, denn damit gehen kleine Teile, welche in der ausgewählten Area waren, jedoch nicht ausgewählt waren, da die Farbe nicht exakt stimmte, weg. Das Gleiche gilt auch andersrum: Bei Areas, welche nicht ausgewählt sind, gehen die «falsch» ausgewählten Partikel weg.
Shadow, Midtone & Highlight: Alle drei sind dafür da, auszuwählen, wie viel vom jeweiligen Helligkeitsgrad ausgewählt sein sollte. Dies verwendet man meistens, wenn man eine Auswahl in einem Helligkeitsbereich verstärken oder abschwächen möchte.
Post-Filter: Post-Filter steht für einen Nachbearbeitungs-Filter, der die Kanten und Konturen der erstellten Farbauswahl oder Maske glättet. Er hilft dabei, fransige Ränder zu beruhigen, Artefakte zu reduzieren und den Übergang zum restlichen Bild sauberer und natürlicher wirken zu lassen.
Somit wären wir auch schon wieder am Ende eines neuen DaVinci-Color-Page-Tutorial-Blogs. Schaut gerne für weiteres Verständnis der Color Page noch meine anderen Blogs über das Thema an. Ansonsten hoffe ich, dass es einige Verständnisfragen über den Qualifier-Teil bei der Color Page geklärt hat.