Maël Duwan
#colorgrading#Videografie

Curves in Davinci

9. April 2026

In diesem Blog geht es darum wo man die Curves findet und wie diese Funktionieren, wie auch was sie wann wie verändern. Es geht weniger darum wie man sie praktisch in einer Situation optimal verwendet.

Curves

Die Curves findet man in DaVinci unten in der Mitte unter dem markierten Icon.

Curves Navigation

Es gibt sieben verschiedene Curves, welche alle unterschiedliche Funktionen haben und dadurch auch für andere Anpassungen verwendet werden. Wie man auf dem Bild sieht, kann man oben rechts zwischen den verschiedenen Curves hin und her wechseln.

Grundsätzlich funktionieren Curves so: Man setzt Ankerpunkte auf der Linie und verschiebt diese nach oben oder unten. Dadurch verändert man die Werte des ausgewählten Channels und somit das Bild.

Ein Channel ist vereinfacht gesagt ein einzelner Farbkanal, also Rot, Grün, Blau oder die Helligkeit (Y).

Die Ankerpunkte funktionieren gleich wie in so ziemlich jedem Bildbearbeitungsprogramm, wie z. B. Lightroom. Man kann einfach mit einem Klick einen neuen Ankerpunkt setzen und Ankerpunkte mit einem Rechtsklick wieder löschen.

Custom – Curves

Die Custom Curve ist wahrscheinlich die Curve, welche am meisten Möglichkeiten bietet. Dadurch ist sie aber auch am verwirrendsten aufgebaut zum Verstehen. Hier kann man zum Beispiel entscheiden, dass man nur einzelne Channels von (YRGB), also z. B. nur Rot (R), nur Grün (G), nur Blau (B) oder nur Luminance (Y) bearbeiten möchte. Luminance ist die Helligkeit eines Pixels unabhängig von seiner Farbe.

YRGB Channels

Beim markierten Bereich kann man die einzelnen Channels entweder mit dem Icon ganz links miteinander verbinden, sodass die Anpassung alle Channels gleichzeitig und genau gleich betrifft, oder man kann die Channels einzeln auswählen und somit auch einzeln bearbeiten. Das ist besonders beim Look-building wichtig. Indem man die einzelnen Channels separat bearbeitet, kann man die Farben im Bild stark verändern und einen wirklich einzigartigen Look erarbeiten.

S-Curve

Wenn man nun z. B. eine S-Curve (S-Curve heisst so, da die Form ähnlich wie ein S aussieht) erstellen möchte und dafür einen Punkt direkt auf der Linie setzen möchte. Man kann entweder sehr lange versuchen, den Punkt manuell perfekt zu platzieren, oder man hält einfach die Option-Taste gedrückt und setzt den Punkt in der Mitte. Das ist deutlich schneller und präziser. Diesen kann man dann verschieben, bis er auf einer feinen grauen Linie ist, welche magnetisch ist und zeigt, wo die Ursprungslinie durchging.

Feine Graue "Ursprungslinie"

Das braucht man meist, um bestimmte Teile vom Bild vor der Bearbeitung zu schützen, welche nicht betroffen sein sollten. Dadurch hat man viel mehr Kontrolle über den Bereich, welchen man bearbeiten möchte, und welchen Bereich man einfach belassen möchte.

Hue vs Hue – Curves

Hue vs Hue steht für Farbton gegen Farbton, bei dieser Curve geht es darum, einzelne Farbtöne in einen anderen Farbton zu verändern.

Quick selection

Unten links in der Ecke gibt es die Quick-Selections, welche praktisch sind, um einen Grund-Farbton schnell zu selektieren und diesen dann zu verändern. Meist muss man die Auswahl dann doch noch ein wenig verändern, da die Grundeinstellungen meist nicht exakt das treffen, was man möchte.

Es gibt zwei Varianten, wie man diese Curve verändern kann. Entweder man klickt einfach dorthin, wo man möchte – wichtig ist, wenn man nur einen Farbton verändern möchte, muss man zwei Ankerpunkte, einen rechts und einen links davon, platzieren, um dann nur dazwischen den Farbton zu verändern.

In diesem Beispiel verändert man die Farben zwischen Grün und Blau (Teal) in Richtung von wärmeren Farbtönen. Und so macht man das mit allen anderen Farbtönen, welche man verändern möchte.

Slider

Die zweite Variante, wie man diese Curve verändern kann, ist, dass man auf den Punkt klickt, welchen man verändern möchte, und dann mit den Slidern unten rechts in der Ecke arbeitet. Der linke Slider ist, um den Punkt auf der X-Achse zu verschieben (nach links oder rechts), der rechte Slider wiederum ist, um den Punkt auf der Y-Achse zu verschieben (nach oben oder unten).

Bereichen Diagramm

Es gibt bei allen Curves dieses weisse Diagramm, welches zeigt, in welchem Bereich sich wie viel von deinem Bild befindet. Beim Clip, welchen ich gerade aufgeschaltet habe, ist das Orange sehr dominant, dies sieht man durch den Spike im Diagramm, welchen ich mit einem Pfeil markiert habe.

Hue vs Sat – Curves

Hue vs Sat steht für Farbton gegen Sättigung.

Hue vs Sat

Diese Curve funktioniert im Grundsatz von den Funktionen her genau gleich wie die Hue vs Hue Curve, nur bearbeitet sie etwas anderes. Denn mit der Hue vs Sat Curve wählt man einen Farbton aus und kann diesen dann entweder entsättigen (Ankerpunkt nach unten ziehen) oder die Sättigung erhöhen (Ankerpunkt nach oben ziehen). Abgesehen davon funktioniert diese Curve genau gleich. Nützlich ist sie zum Beispiel, wenn ein Blauton im Bild zu grell wirkt und man ihn etwas zurücknehmen möchte, ohne andere Farben zu beeinflussen.

Hue vs Lum – Curves

Hue vs Lum steht für Farbton gegen Luminance (Helligkeit).

Hue vs Lum

Auch diese Curve funktioniert eigentlich genau gleich wie die Vorgänger, nur wählt man hier wieder den Farbton aus, um dann davon die Helligkeit zu verändern. Praktisch ist das zum Beispiel, wenn ein bestimmter Grünton im Bild zu dunkel wirkt und man ihn aufhellen möchte, ohne andere Farben zu beeinflussen.

Lum vs Sat – Curves

Lum vs Sat steht für Helligkeit gegen Sättigung.

Lum vs Sat

Diese Curve funktioniert auch genau gleich, jedoch wählt man hier einfach einen Helligkeitsbereich aus, um bei diesem dann die Sättigung zu verändern. Praktisch ist sie z. B., wenn sehr helle Bereiche im Bild übersättigt wirken und man diese gezielt entsättigen möchte.

Sat vs Sat – Curves

Sat vs Sat steht für Sättigung gegen Sättigung.

Sat vs Sat

Auch diese Curve funktioniert gleich, nur wählt man anhand der Sättigung aus, welchen Bereich man bearbeiten möchte, und bearbeitet dann diesen Bereich wieder bezüglich der Sättigung. Nützlich ist sie zum Beispiel, wenn man Bereiche mit mittlerer Sättigung gezielt verstärken möchte, ohne die bereits sehr gesättigten Farben weiter zu übertreiben.

Sat vs Lum – Curves

Sat vs Lum steht für Sättigung gegen Luminance (Helligkeit).

Sat vs Lum

Auch die letzte Curve funktioniert gleich wie die anderen, einfach wählt man hier anhand der Sättigung aus – ganz links weniger gesättigte Bereiche, ganz rechts sehr gesättigte Bereiche – und verändert dann die Helligkeit des ausgewählten Bereichs. Diese Curve ist sehr hilfreich, wenn stark gesättigte Farben zu dunkel oder zu hell wirken und man die Helligkeit dieser gezielt anpassen möchte.

Die Curves sind grundsätzlich sehr nützlich, wenn man wirklich nur einen bestimmten Teil des Clips bearbeiten möchte, auf welche Art auch immer, dafür gibt es dann eben so viele verschiedene. Ich hoffe, ihr habt etwas gelernt, und wenn ihr noch mehr über Color Grading lernen möchtet, schaut euch doch gerne noch meine anderen Blogs zum Thema an.