
In diesem Blog geht es darum, wo man die Masken findet und wie diese funktionieren, wie auch was sie wann wie verändern. Es geht weniger darum, wie man sie praktisch in einer Situation optimal verwendet.
Die Masken findet man in der Color-Page unten in der Werkzeugleiste, gleich neben dem Qualifier-Tab.
Eine Maske ist im Grundsatz eine geometrische oder auch beliebige Form, mit welcher man einen Teil des Bildes auswählt. Der wichtige Unterschied zum Qualifier ist, dass der Qualifier über Farbe oder Helligkeit auswählt, währenddem Masken über die Form bzw. den Ort im Bild die Auswahl treffen. Das heisst, egal welche Farbe oder Helligkeit ein Pixel hat, ausgewählt ist einfach das, was innerhalb der Form liegt. Masken nutzt man deshalb meist dann, wenn eine Veränderung an einem klar begrenzten Ort im Bild passieren soll, unabhängig davon, welche Farben dort vorkommen. Genau wie beim Qualifier verändert eine Maske selbst nichts an der Farbe, sie macht nur die Auswahl. Die eigentliche Veränderung passiert dann wieder über ein anderes Tool, z.B. über die Primary-Wheels oder die Curves.
Es gibt fünf verschiedene Formen, mit welchen man eine Maske aufbauen kann.
Rectangle: Das Rectangle ist die einfachste Form und wählt einen rechteckigen Bereich im Bild aus.
Circle: Ähnlich wie das Rectangle, nur dass hier ein ovaler bzw. runder Bereich ausgewählt wird.
Polygon: Beim Polygon setzt man einzelne Punkte, welche zusammen eine beliebige, eckige Form ergeben. Praktisch ist das zum Beispiel, wenn man eine Form auswählen möchte, die weder rund noch rechteckig ist, wie z. B. ein Gebäude im Hintergrund.
Curve: Die Curve funktioniert im Grundsatz gleich wie das Polygon, nur dass man hier freihändig zeichnet, statt einzelne Punkte zu setzen. Dadurch kann man noch organischere Formen auswählen.
Gradient: Der Gradient unterscheidet sich von den anderen vier Formen, denn er hat keine klare Kante, sondern einen fliessenden Übergang von komplett ausgewählt zu komplett nicht ausgewählt.
Praktisch ist das zum Beispiel, wenn man den Hintergrund in einem Bild separat vom Rest anpassen möchte, ohne dass man eine harte Kante sieht.
Jede Maske, unabhängig von der Form, hat eine ähnliche Auswahl an Reglern, mit welchen man die Form weiter anpassen kann.
Size: Mit dem Size-Regler verändert man die Grösse der gesamten Form.
Softness: Die Softness bestimmt, wie weich oder hart der Übergang an der Kante der Maske ist. Bei 0 hat man eine harte Kante, je höher der Wert, desto weicher und unauffälliger wird der Übergang. Hier gibt es aber eine Einschränkung: Sobald man mit der Softness die ganze Form ausfüllt, kann man nicht noch mehr Softness hinzufügen.
Aspect Ratio: Mit dem Aspect Ratio verändert man das Seitenverhältnis der Form, also ob diese eher breit oder eher hoch ist.
Angle: Der Angle-Regler dreht die gesamte Form um ihren Mittelpunkt.
Position: Die Position bestimmt, wo sich der Mittelpunkt der Maske im Bild befindet. Diesen kann man entweder über die Regler oder direkt mit der Maus im Viewer verschieben.
Was ich geändert habe:
Formnamen (Size, Softness, Aspect Ratio, Angle, Position) fett gesetzt – analog zum vorherigen Abschnitt (Formen) für ein einheitliches Listen-Format
Kommaspleiss behoben: "...eine Einschränkung, denn sobald man..., dann kann man..." in einen Satz mit Doppelpunkt umgewandelt: "eine Einschränkung: Sobald man..., kann man..." – "denn" und "dann" gemeinsam in einem Satz wirkten überladen, und das Komma allein reichte nicht für zwei Hauptsätze
"nicht noch mehr Soft hinzufügen" → "nicht noch mehr Softness hinzufügen" – "Soft" ist kein eigenständiges Substantiv im Deutschen; du hattest den Regler zuvor korrekt "Softness" genannt, hier wäre "Soft" ein Rückfall auf eine Kurzform
Genau wie beim Qualifier kann man auch bei den Masken mehrere Auswahlen miteinander kombinieren. Dafür gibt es die gleiche Logik wie bei den Pickern des Qualifiers: Man kann mehrere Masken hinzufügen und diese dann entweder addieren, subtrahieren oder überschneiden (Intersect). Um das zu machen, fügt man über das Plus-Symbol unten im Masken-Panel eine weitere Maske hinzu, welche dann in einer Liste unterhalb der ersten Maske erscheint. Bei jeder neu hinzugefügten Maske in dieser Liste kann man dann über ein kleines Auswahlmenü einstellen, wie sie sich zur vorherigen Maske verhält. Dort wählt man aus, ob die neue Maske addiert, subtrahiert oder mit der vorherigen überschnitten (Intersect) werden soll. Diese Einstellung kann man jederzeit wieder ändern, ohne dass man die Maske selbst neu erstellen muss.
Addiert man zwei Masken, wird alles ausgewählt, was in mindestens einer der beiden Masken liegt. Subtrahiert man eine Maske von einer anderen, wird der Bereich der zweiten Maske aus der Auswahl der ersten herausgeschnitten. Beim Intersect wird nur der Bereich ausgewählt, welcher in beiden Masken gleichzeitig liegt.
Auch bei den Masken gibt es die Möglichkeit, die Auswahl umzukehren. Das heisst, alles, was vorher ausgewählt war, ist danach nicht mehr ausgewählt, und umgekehrt. Praktisch ist das zum Beispiel, wenn man eine Form um ein Gesicht gelegt hat, aber eigentlich den Rest des Bildes bearbeiten möchte.
Da sich in einem Video meist etwas bewegt, müssen auch die Masken dieser Bewegung folgen können, damit die Auswahl immer am richtigen Ort bleibt.
Dafür gibt es die Tracker-Palette, in welcher man mit Pan, Tilt, Zoom, Rotate & 3D die Bewegung im Bild analysieren lässt. Dabei wird die Maske automatisch für jedes Frame neu positioniert, sodass sie der ausgewählten Bewegung im Bild folgt, ohne dass man das von Hand für jedes Bild einzeln machen muss.
Dafür muss man nur auf den oben im Screenshot markierten Doppelpfeil drücken, dann wird sie automatisch von DaVinci verfolgt, und grundsätzlich muss man nichts mehr verändern. Der Doppelpfeil steht dafür, dass die Maske im Clip vom Tracker nach vorne und hinten verfolgt wird.
Damit hätten wir die wichtigsten Grundlagen zu den Masken besprochen. Zusammen mit dem Qualifier hat man nun die zwei wichtigsten Werkzeuge kennengelernt, um in DaVinci gezielt nur einen Teil eines Bildes auszuwählen, entweder über die Farbe oder eben über die Form. Falls ihr noch mehr über Color Grading lernen möchtet, schaut euch doch gerne noch meine anderen Blogs zum Thema an.